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Tipp 1 " Der offene Himmel"



 


"Das Universum ist ein gewaltiges Schauspiel, das vor unseren Augen abrollt. Bereits seit vielen Milliarden Jahren war es in Gang, ohne dass ein vernünftiges Wesen - wenigstens von der Erde aus - es nur wahrgenommen hätte. Denn erst seit einigen tausend Jahren hat sich der Mensch von den Nöten des Alltags lösen können und die Muße gewonnen,den Himmel zu betrachten und über ihn nachzudenken. ... "

So beginnt ein Buch, welches in unserer kleinen Astronomie-Bibliothek einen wichtigen Platz einnimmt. Alleine der Titel des Buches spricht nicht nur den interessierten Amateurastronom an.

Das Buch ist 1968 erschienen, ein Jahr, bevor der erste Mensch den Mond betrat. Und es ist von jemanden geschrieben, der in dieser Zeit immer wieder für Wisenschaft zu begeistern wusste: Heinz Haber. Einigen ist er aus Funk- und Fernsehen bekannt, anderen als Herausgeber von "Bild der Wissenschaft" ( und den Jüngeren vielleicht gar nicht ). In der gleichen Reihe erschienen von ihm übrigens die Bestseller "Unser blauer Planet" und "Stoff der Schöpfung".
                
Haber gelingt es in seinem Buch, Grundlegendes bezüglich Aufbau und Ausdehnung des Universums anzusprechen. Die einzelnen Titel sind bildhaft und regen zum Weiterlesen an: "Das große Schauspiel", "Der Himmel öffnet sich", "Leuchtfeuer im All", "Die Urkraft der Natur", "Kosmischer Steckbrief" bis hin zur Frage "Das Universum - unendlich und ewig ? ". Außerdem werden wissenschaftliche Themen entwickelt, nicht nur abgehandelt und auch die Geschichte der Astronomie hat in Habers Darstellung Platz.  Für mich echt erfrischend, vergleicht man es mit oft nüchtern erscheinenden Werken unserer Zeit. Diese sind zwar meist auf dem neuesten Stand der Wissenschaft und gespickt mit Bilder von Sonden und dem Space-Teleskop Hubble, lassen für mich aber die Begeisterung und das Staunen bezüglich der Dimensionen und des Einblicks, der uns möglich ist, oft vermissen ( Zum anderen muss das auch nicht jedes Buch leisten ). Haber liefert Zeichnungen, alte Drucke ( Kopernikus und sein Weltbild ) und höchstens Schwarzweißbilder vom Galaxien, ist also auf dem Stand seiner Zeit.

Wer sich für den "astronomischen Zeitgeist" und die mit ihm verbundene Begeisterung für das Weltall am Ende der 60er- Jahre interessiert, dem sei dieses Buch empfohlen. Amazon bietet es gebraucht ab 2.99 € an.

Robert Koch

Tipp 2: "Der Deepsky Reiseführer"  

             von Ronald Stoyan

 


Eingangs möchte ich erwähnen, dass ich nur durch einen Irrtum meines Vaters an das Buch kam. Vorerst wollte mein Vater sich den Deepsky Reiseatlas bestellen.

Zum Buch:
Das Buch ist gebunden im A 4 Format mit hartem Pappeeinband. Der Deepsky Reiseführer hat 305 Seiten mit 364 Zeichnungen und Fotos, 146 Tabellen, 35 Karten und 21 Grafiken. mir liegt das Buch in der 3. Auflage vor, bei der noch mehr Deepsky-Objekte (an der Zahl insagessamt 666) verzeichnet sind.

Das Buch ist übersichtlich in 3 Teile gegliedert.
Zuerst erklärt der Autor die Benutzung und Vielfalt des Buches. Dazu gehört die interessante Objektauswahl, die übersichtlichen Karten und Objektdaten etc. Nach dieser kurzen Einführung kommt er zum Kapitel "Deepsky Grundlagen". Ronald Stoyan beschreibt die verschiedenen Instrumente der Deepskybeobachtung: Vom Auge über das Fernglas bis hin zumTeleskop und damit seinem Equipment wie Filter und Okulare.
Dabei nennt er zu den jeweiligen Hilfsmitteln wie dem Fernglas auch die gut geeigneten Objekte, die in Tabellen aufgelistet sind. Des weiteren werden Tabellen über das Leistungsvermögen, maximale Gesichtsfelder von Okluaren, usw. gezeigt. Das wirkt etwas statisch, ist dennoch sehr informativ.

Der nächste Abschnitt befasst sich mit dem Wissen für angehende Deepsky - Beobachter. In diesem Kapitel wird der ideale Beobachtungsstandort, die Grenzgrößen, die Hintergrundhelligkeit, das Auflösungsvermögen, die Flächenhelligkeit, der Kontrast, das Seeing und die Maximalvergrößerung dem Beobachter anhand von Beispielen  nahegelegt. Er spricht dabei auch die Lichtverschmutzung an. Dabei beschreibt Stoyan insgesamt sehr sachlich, mit Fachbegriffen und genau. Wenngleich man die ein oder andere Passage ein zweites Mal lesen muss, so wird einem der Inhalt doch klar.

Das nächste Teilkapitel behandelt die Techniken des Beobachtens.
Vom Auffinden des Objekts durch das sog. Star-Hopping bis hin zu den verschiedenen Tricks, um mehr zu sehen, zeigt Stoyan dem Leser die Vielfalt des Beobachtens. (Indirektes Sehen, Farbsehen, Spektrografie, usw.)
Der Autor zeigt wie man ein Objekt auf Papier bannt und gibt Tipps zum besseren Zeichnen.

Das darauf folgende Kapitel behandelt nun die Objekte. Kugelsternhaufen, Offene Sternhaufen, Planetarische Nebel und alles andere, was man unter Deep Sky versteht. Illustriert mit Amateurfarbfotos aus den erschwinglichen Geräten gibt dem Rundgang einen natürlichen Flair.


Fazit:
Abschließend kann man sagen, dass der DEEP SKY Reiseatlas von Ronald Stoyan für visuelle Deepskybeobachter ein echter Tipp ist. Klare Kaufempfehlung, allerdings nicht ganz billig.


PRO
+ übersichtlich und geordnet
+ sehr informativ und eine Einführung in die Deepsky-Beobachtung
+ gut ausgewählte und schöne Objekte
+ schön illustriert durch Zeichnungen und Fotos
+ Bewertung durch Sterne
+ sehr schön beschriebene Objekte

CONTRA
- hoher Preis
- teilweise zu viel Fachsprache
- im Paket mit dem Deepsky Reiseatlas leider nicht zu erhalten

Sinnvoll  für jeden visuell beobachtenden Astronomen mit einem guten Himmelsatlas, ein bischen Geduld und einem guten Willen zu teueren Büchern.


Rafael Koch